Je näher Weihnachten und der Jahreswechsel kommen, desto mehr wünscht man sich Harmonie, dass offene Dinge sich klären oder zum Abschluss kommen oder was Neues beginnt.
Bei uns ist das leider nicht so. Zumindest nicht ganz: (Achtung, diese Notiz wird ausführlicher. 🙃)

Der aktuelle Stand unserer Haussanierung nach einem Jahr Arbeit ist, dass ich derzeit keinen Kredit für die Umbauten bekomme. Das liegt zum einen an den neuen strengeren Richtlinien der Banken. Zum anderen an meiner gesundheitlichen Situation.
Eigentlich bringe ich alles mit: meine Witwenrente als sicheres Einkommen, bis ich sterbe, einen finanziellen Grundstock statt Schulden, eine gute Schufa, zukünftige Mieter.
Solange ich aber krank bin und meine berufliche Situation nicht geklärt ist, bekomme ich keinen Kredit. Leider bin ich krank, weil die Situation mit unserem Zuhause unsicher ist. Ich brauche Sicherheit, um endlich zur Ruhe zu kommen. Eine Art Teufelskreis.
Lütte Locke geht es ähnlich. Alle paar Tage fragt sie nach, ob wir umziehen oder hier bleiben. Dass sie ihren Kindergarten und ihre Freunde behalten will. Dass sie hier in die Grundschule gehen möchte.

Was also jetzt? Ähnlich wie nach Markus‘ Tod muss ich akzeptieren, was ist und nicht damit hadern. Und weiter nach alternativen Lösungen suchen. Immerhin weiß ich, dass ich das kann. Und genau das werde ich auch tun.
Was ich aber neu lernen muss, ist, auf mich selbst zu achten. Das habe ich völlig verlernt in diesen ein einhalb Jahren Ausnahmesituation. Deshalb fahre ich im Januar in eine Kur. Danach sehen wir weiter.

Nur um es nochmal deutlich zu machen: Wir möchten weiterhin hier wohnen bleiben und können das auch noch für eine gewisse Zeit. Wir werden uns erst dann nach einem neuen Zuhause umsehen, wenn sich alle Türen für eine energetische Sanierung endgültig schließen.
Unser Zuhause zu verlassen, wäre eine weitere einschneidende Verlusterfahrung, die weder ich noch Lütte Locke zusätzlich schultern können. Es gibt zudem noch Möglichkeiten, die wir nach meiner Kur weiter ausloten werden.

Wir, das sind ich, Lütte Locke und der Wikinger – der neue Mann an unserer Seite. Wegen meiner Erfahrung mit dem Suizid habe ich ihn bisher aus meinen Planungen rausgelassen. Mich auf andere zu verlassen, fällt mir immer noch schwer, auch wenn das dem Wikinger gegenüber nicht fair ist.
Das wäre aber eine der Möglichkeiten – ihn mit in die Finanzierung hineinzunehmen. Was rechtlich wegen des Erbes allerdings auch nicht einfach ist.
Deshalb auch wenn – oder weil – Weihnachten ist: Denkt auch in jungen Jahren und als verheiratete Paare an ein Testament. Damit erspart ihr eurer Familie nach eurem eventuellen Tod eine Menge Stress. Es ist ein Liebesbeweis, wenn man sich um seinen Nachlass kümmert, wenn man noch lebt. ❤️

Wir wollen leben. Am liebsten hier. Deshalb üben wir uns im Leben lieben im Kleinen. Wie auf den Fotos:
Nach dem Spielen draußen beim Adventslicht warmen Kakao trinken. Oder vor Rührung über Geschenkpakete mit dem Kopf in der Verpackung versinken und eine Runde heulen.
Das ist immerhin etwas, was wir beeinflussen können, auch wenn anderes ungeklärt bleibt: Mit welcher Haltung wir leben. Meine ist weiterhin: Dankbar sein. Und mir die Hoffnung nicht nehmen lassen.

Da ich jetzt vor Weihnachten wieder vermehrt gefragt werde, wie man uns helfen kann oder was wir uns wünschen: Thoughts and prayers. Das reicht. Wirklich.
Manche von euch schlagen vor, ich solle uns bei Hilfsaktionen bewerben oder bei Facebook eine Spendenaktion starten, aber für mich sprechen folgende Gründe dagegen:
1) Wenn die Kosten für unser Dach wegfallen würden, könnten wir den Rest der Sanierung zwar gut stemmen, aber rund 70.000 Euro sind eine zu große Summe für Spendenaktionen.
2) Andere Menschen sind in viel extremeren Situationen als wir.
3) Ich bin zu erschöpft, um weiter zu bitten und zu fragen.

Ich finde das schwierig mit Spenden und Geschenken. Ich habe ja ein (wenn auch undichtes und kaltes) Haus, Mann, Kind und die Witwenrente. Ich kriege nur keinen Kredit für die Sanierung.
Diese Verantwortung muss ich selber tragen, finde ich. Mir haben seit Markus‘ Suizid genug Menschen geholfen. Ihr ward und seid ganz wunderbar. Aber andere Menschen haben das jetzt vielleicht mehr nötig.
Ja, ich bin erschöpft. So sehr wie noch nie in meinem Leben. Ja, ich muss noch vieles aufräumen. Aber ich bin dabei nicht alleine. Ich habe Familie, Freunde, Gott. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Da ich aber weiß, dass manche von euch hartnäckige Geber sind, (das meine ich ganz liebevoll 😘), möchte ich es nochmal betonen: Betet einfach für uns. Das wäre wunderbar.
Und wenn euch das trotzdem nicht reicht, unterstützt uns gezielt mit Dingen, die wir brauchen. Mehr Infos findet ihr hier: www.green-woman.de/green-woman-helfen.

Wir danken euch. Auch für eure Geduld, diese lange Notiz bis zum Ende zu lesen. 😉 Aber für einen ausführlichen Newsletter fehlt mir zurzeit die Kraft. Ich hoffe, ihr versteht das.
Auch wenn es bei uns nicht so ist, wünsche ich euch, dass sich in eurem Leben zum Jahresende Offenes klärt, Neues beginnt, ihr positiv überrascht und beschenkt werdet. Gott liebt euch. Jeden einzelnen. Also kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. (Höchstens in einen Geschenkkarton, weil das Verpackungsmaterial so schön weich ist. 🙈) Be blessed

Ps: Weitere zeitnahe Infos findet ihr auf unserer FB-Seite: www.facebook.de/LuetteLockesLandhuus