Lütte Lockes Landhuus ist die private Facebokseite von Green-Woman. Hier informieren wir zeitnah über den Stand des Bauprojekts, über das Leben auf dem Land, aber auch wie hier im Blog über die Themen Suizid, Trauer, Glaube und Neubeginn. Die schnellere und (manchmal ;)) kürzere Variante von Green-Woman.

Die letzten fünf Posts könnt ihr hier lesen, ansonsten besucht uns direkt auf Lütte Lockes Landhuus. Wir freuen uns über euren Besuch und den Austausch mit euch.

Bis gestern habe ich mich so etwas wie sicher gefühlt. Zum ersten Mal seit Markus‘ #Suizid war seit einigen Wochen so etwas wie Ruhe eingekehrt. Es ging sogar so weit, dass ich zum ersten Mal seit langer Zeit so etwas wie Spaß daran hatte, im Garten zu arbeiten. Weil es jetzt #Sinn macht.

Bisher habe ich mich nicht getraut, es öffentlich zu machen, weil es noch nicht offiziell ist, aber: Schon im Februar habe ich den Sanierungskredit unterschrieben. Meine Hausbank hat zugestimmt.
Seitdem könnte ich mich freuen, was ich auch ein klein wenig tue, aber: Seitdem warte ich auch auf die Grundbucheintragung, die alles offiziell macht.
Das dauert, weil der Lütten Locke nach dem Tod ihres Vaters ein Viertel des Hauses gehört. Ich muss bei Belangen um ihr Erbe immer das Familiengericht fragen und die haben wiederum einen Ergänzungspfleger bestellt. Das dauert wiederum, weil das nicht jeder Anwalt macht und man erst jemanden finden muss.
Dieser wurde mittlerweile gefunden und hat auch kürzlich zugestimmt. Nun muss das Familiengericht wieder der Entscheidung des Ergänzungspflegers zustimmen und dann kann meine Notarin den Antrag stellen, es ins Grundbuch einzutragen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Seit Februar warte ich. Mal wieder. Und bin trotzdem relativ entspannt. Denn #Warten habe ich mittlerweile gelernt. Zumindest für meine Verhältnisse.
Da stellt aber plötzlich gestern unser Architekt fest, dass eine Grundlage der energetischen Sanierung so nicht funktioniert und wir wieder neu planen müssen.
Nach zwei Jahren Planung. Weniger als drei Monate vor Sanierungsbeginn. Denn ab Mitte August soll es jetzt tatsächlich losgehen.

Ich weiß nicht recht, wie ich das beschreiben soll, wie sich das für mich anfühlt.
Mir ist ja absolut klar, dass das hier kein Null-Acht-Fünfzehn-Haus ist. Es ist groß, es ist alt, es verbirgt vermutlich einige Überraschungen. Damit rechnen wir. Ist mir alles klar.
Aber jetzt - so kurz vorm Go - wieder alles umzuschmeißen. Puh, Leute, das zieht mir die Schuhe aus. Das nimmt mir mein „so etwas wie“-Gefühl. Ich merke, wie sich die alten Zweifel und Ängste ganz tief wieder regen und mir zuflüstern: Zwei Jahre fürn Arsch.

Doch. Interessanterweise glaube ich dem nicht. Interessanterweise bleibe ich weiter gelassen. Es ist nicht so, dass ich das nicht kacke finden würde. Ich bin wütend. Ich bin traurig. Und auf der Hut. Aber: Ich weiß, dass wir auch dafür eine Lösung finden werden.
Das ist - erstaunlicherweise - eine innere Haltung, die in dieser Wartezeit nach dem Suizid von Markus in mir gewachsen ist. Und so merkwürdig das auch klingt: Dafür bin ich dankbar. Ich bin mir sicher: Ich kann das. Ich schaffe das. Ich werde nicht daran sterben. Ich werde eine #Lösung finden. Ich muss sie nur suchen.

Eigentlich ist das wie mit Lütte Lockes #Baumhaus. Das sollte sie eigentlich zum Geburtstag bekommen. Alle Paten und Großeltern haben mit uns zusammengeschmissen, damit die Lütte Locke für sich und ihre Freunde ein eigenes Domizil hat. Das nur den Kindern gehört. Wo Erwachsene nur auf Einladung zu Besuch kommen dürfen.
Zunächst müssen die Erwachsenen das aber erst aufbauen. Und auch das dauert. Trotz früher Bestellung kam nur eine Hälfte des Materials vor dem Geburtstag an, die andere erst danach. Dann hat es geregnet. Und dann hat der Aufbau - wie bei einer echten Baustelle - länger gedauert als geplant. Und jetzt ziehen sich die Kleinigkeiten noch weiter hin, bis Lütte Lockes Gang endlich dort einziehen kann.

Es dauert, es nervt, aber irgendwann wird es soweit sein. Nicht nur Lütte Lockes Baumhaus, auch Lütte Lockes Landhuus.
Wir kriegen das hin. Hat Markus früher auch oft gesagt und es dann doch nicht geschafft. Doch ich glaube immer noch daran. Nein. Ich vertraue darauf. Wieder neu.
Ich bin mir sicher: Es gibt immer eine Lösung. Die Frage ist nur: Welche. Und dafür kann man ja sogar noch beten.
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Kleinvieh macht auch Mist. Sieht man jedes Jahr in unserem Garten. Wenn die Bienen und anderen Insekten nicht wären, würde diese Blütenpracht nur kurz hübsch aussehen und das wäre es dann.
Doch Dank ihrer unermüdlichen Bestäubung können wir im Spätsommer ernten. Dieses Jahr vermutlich sehr viele Kirschen und Pflaumen.

Das ist, neben unserer - ich gebe es zu: etwas nerdigen „Rettet-die-Welt-Natur“ - auch ein Grund, warum die Lütte Locke und ich auf dem Nachhauseweg vom Kiga vor einiger Zeit noch Hummelhoheiten gesammelt und mit nach Hause genommen haben.
Die Königinnen waren völlig erschöpft und mit ihnen wäre fast ein ganzes Volk gestorben. Doch mit ein paar Tröpfchen Zuckerwasser haben sie wie ein Sonnenkollektor wieder Energie aufgeladen und sind losgebraust.

So ähnlich könnt auch ihr ab jetzt Lütte Lockes Landhuus unterstützen. Wenn ihr online einkaufen geht, schaut doch vorher kurz bei Gooding.de vorbei und wählt unser Projekt Blattwenden von Lichtblick e.V. aus. So bekommen wir je nach Onlineshop bis zu 5 Prozent eurer Einkaufsumme als Spende gutgeschrieben.
Amazon.de zahlt mit seiner Smile-Variante leider nur noch 0,5 Prozent.

Über Gooding könnt ihr jetzt auch direkt an unser Vereinsprojekt spenden. Klappt alles über unsere Website green-woman.de/green-woman-foerdern/
Bis vor kurzem konnte man auch noch direkt hier bei Facebook spenden, aber neuerdings dürfen das nur noch Seiten ab 2000 Likes.
Schade, dass ausgerechnet die großen Konzerne die kleinen Vereine nicht mehr so fördern wie vorher.

Doch der Schwarm macht‘s. 🐝 🐝 🐝
Wenn du in Zukunft als eine von vielen Bienen und Hummeln beim Einkaufen an uns denkst - zum Beispiel jetzt an Muttertag - kriegen wir auch ab und zu etwas vom Honig ab.
Schaut einfach mal hier: einkaufen.gooding.de/projekt-blattwenden-lichtblick-e-v-aurich-82704
Danke euch. 🙏💚
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Schaut mal, was da in Lütte Lockes Landhuus geflattert ist (oder vielmehr in den Garten): die aktuelle Ausgabe der Family.
Darin findet ihr einen Artikel von mir, in dem ich beschreibe, wie Kinder trauern und wie wir sie dabei begleiten können.
Danke, liebes Redaktionsteam, dass ich wieder für euch schreiben durfte. Ihr macht eine echt wertvolle, ausgewogene Arbeit mit Frische, Niveau, Mut und Kreativität.

Es macht mir große Freude, wieder als Journalistin zu arbeiten. Noch schöner wird es, wenn ich dadurch Lesern einen Impuls mitgeben kann, der ihr Leben vielleicht ein klein wenig positiv verändert.
Übrigens bin ich dabei nicht nur auf die Themen Trauer, Suizid und Hoffnung begrenzt; schaut mal hier: www.green-woman.de/blattmachen/
Und das Beste daran ist: Ich verzichte auf mein Honorar und bitte dafür um eine Spende für Blattwenden. So kann ich weiter am Blog und an dieser FB-Seite arbeiten und in Zukunft auch die Kreativtage für Trauernde anbieten.

Wenn ihr mir dabei helfen wollt, könnt ihr das also nicht nur durch eine Spende tun, sondern auch durch Aufträge für Texte.
Ihr lieben Freunde aus der Medienlandschaft: Ich bin wieder da. Ihr könnt mich buchen, beauftragen, befragen. Lasst mich schreiben. Ich würde mich freuen.

Und wenn ihr diesen Post teilen mögt: noch schöner. 😉
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Ich mag ja die Zahl drei. Nicht so sehr, dass ich abergläubisch werden würde, aber mit der #drei wirkt und wird alles irgendwie rund. Und das nicht nur wegen der #Dreieinigkeit.
In diesem Jahr ist Markus drei Jahre tot. Die Lütte Locke hat also bald drei Jahre ohne ihn gelebt und davor drei mit ihm. Bei mir lässt sich das nicht so schön rechnen, aber auch ich fange nach fast drei Jahren wieder an, Freude zu haben an Dingen, die vor seinem #Suizid zu meinem Leben gehört haben. Das #Nähen zum Beispiel.

Eigentlich hatte ich in meinem alten Leben sogar fast so etwas wie eine Stoffsucht. Und bis vor kurzem habe ich noch überlegt, diese Masse an Jersey, Baumwolle und Zierbändern zu verkaufen. (Nur die #Knöpfe nicht. Den Knopfschatz zu verscherbeln, das geht nun wirklich zu weit!)
Doch der Wikinger meinte, ich solle das (noch) nicht tun. Er ist weise, der Mann. Denn als ich wie jedes Jahr das Geburtstagsoutfit der Lütten Locke genäht habe, hatte ich zum ersten Mal wieder Spaß. Trotz drei Stunden Augen zusammenkneifen unter der kleinen Funzel der Nähmaschine bis kurz vor Mitternacht. Er war wieder da. Dieser kleiner #Funke, dieses leise #Glück.

Vielleicht habe ich auch deshalb einen alten Pullover von Markus gewählt und aus ihm ein Kleid für die Lütte Locke gemacht. Einen Grünen natürlich. Wegen der #Hoffnung.
Mit einem Stoff, den ich damals in der Schwangerschaft gekauft habe, mit dem Gedanken, dass er eigentlich zu #bunt ist, für mein #Leben. Doch ich mochte ihn. Weil ich vielleicht insgeheim von mehr Farbenrausch geträumt habe.
Jetzt, drei Jahre nach dem Suizid, ist es da, das bunte Leben. Oder vielmehr: Ich kann es endlich sehen. Es tragen. Und daran Freude haben.
Na, wenn das mal kein #Geburtstagsgeschenk ist.

Den obligatorischen #Schokokuchen gab es natürlich auch. Nicht Markus‘ amerikanische Variante, die einem wegen der klebrigen Süße die Füllungen aus den Zähnen saugt, sondern eine mit mehr #Schokolade und flüssigem Kern. Nach einem Rezept, das der Wikinger ausgesucht und die Lütte Locke auf ihre Weise umgesetzt hat.
Das ist die Herausforderung beim #Trauern: Sich ein neues Leben aufzubauen aus Bewährtem und Neuem, und nicht nur zu bewahren oder nur wegzuwerfen. Doch wie beim #Kuchen bleibt die Form immer erhalten; mit #Liebe schmeckt alles besser. Auch das Leben.
Ein Stück von diesem Herz-Schoko Kuchen hat es wieder in sich, so ein leises Miniglück. Vor allem, wenn wir zu dritt sind. Oder wie #Groenemeyer es bezeichnet - #Sekundenglueck. 🍀💚🌿
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Diese Woche hat die Lütte Locke Geburtstag. Dieses Jahr wird sie ein Schulkind. Und sie wird die eine Hälfte ihres bisherigen Lebens mit Markus verbracht haben und die andere ohne ihn.
Ich könnte diesen Umstand jetzt nutzen, um auf unsere Wunschlisten aufmerksam zu machen. Oder dass wir noch ein paar mehr Spender brauchen. Oder Hilfe beim Sanieren unseres Hauses. Oder. Oder. Oder.
Das will ich aber nicht. Ich will mein Kind nicht als Fundraisinginstrument missbrauchen. Ich will nur eines für die Lütte Locke: Ruhe und Frieden.
Zwei Wörter, die man oft im Zusammenhang mit Beerdigungen hört. Ich finde aber, wir brauchen viel mehr Ruhe und Frieden, während wir noch leben. Besonders wenn man Todesfälle und Verluste hinter sich hat.

Die Lütte Locke halb öffentlich zu machen, ist ein Schritt, der mir nicht leicht fällt. Denn sie kann ja noch nicht entscheiden, was ich über sie schreiben darf.
Deshalb zumindest das Pseudonym und der Versuch, sie nicht so ganz zu zeigen im www.
Auf der anderen Seite hoffe ich, dass es ihr eines Tages helfen wird. Dass es ihr hilft, besser zu verstehen, was passiert ist, wenn sie all das lesen kann. Und mit der Lütten Locke auch ihr, die Leser. Denn ich weiß, wir sind nicht die einzigen da draußen, deren Familie durch Suizid zerstört worden ist.

Deshalb wünsche ich mir zu Lütte Lockes Geburtstag nicht nur für sie Ruhe und Frieden, sondern für alle Kinderseelen, die das so früh in ihrem Leben erfahren mussten. Auf dass ihr daran wachst, bis ihr erblüht. Auf dass ihr lebt.
Wenn die Lütte Locke in einem Jahr wieder Geburtstag hat, hat sie zwar über die Hälfte ihres Lebens ohne Markus verbracht, aber dann auch die Hälfte ihres neuen Lebens mit dem Wikinger, ihrem „Papi.“
Don‘t ever give up, leben lohnt sich. Das ist ein Grund zu feiern. Wirklich.
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